Glücklich und zufrieden

Am vergangenen Abend, saß ich noch eine Weile mit den anderen Deutschen zusammen. Wir waren uns fast alle einig gewesen, dass uns ein Aufenthalt in Indien ausreiche und wir dieses Land nicht unbedingt noch einmal bereisen müssten. Wobei wir uns auch einig waren, dass es durchaus sein könnte, dass es im Süden des Landes ganz anders zuginge und auch anders aussah. Wir waren auch alle der Meinung, dass Afrika packender sei und man dahin immer wieder gern fliegen würde.
Es war wirklich richtig schön, mal wieder richtig lachen zu können und spontan auf etwas antworten zu können und die Witze alle zu verstehen. Auf Englisch verstand ich nämlich leider nicht immer alle Sprüche und Sprichworte. Die deutsche Gruppe war völlig überrascht, dass ich mich alleine von zuhause auf den Weg nach Indien gemacht hatte und sie meinten, dass sie sich das niemals getraut hätten und wohl auch jetzt, nachdem sie das Land kennen, nie alleine nochmals hinfliegen würden. Sie hatten über einen Reiseveranstalter gebucht, der wie ein Tier hieß. Den Namen habe ich leider schon wieder vergessen. Sie hatten einen festen Fahrer und auch immer denselben Bus. Sie meinten, dass sie meistens in sehr schönen Hotels seien. Das in Jaisalmer, in dem ich sie getroffen hatte, war angeblich mit Abstand das schlechteste, in dem sie bis dahin auf ihrer Reise durch den Norden Indiens untergebracht waren. In Zukunft sollte ich vielleicht auch lieber so reisen. „Adventure Tours“ sind vielleicht inzwischen doch nicht mehr das richtige für mich. Vielleicht sollte ich mir einfach auch ein bisschen mehr Luxus auf Reisen gönnen.
Die Gruppe erzählte mir, dass sie auch noch eine Kamelsafari gebucht hatten und meinten, es könne ja sein, dass wir in der gleichen Zeltstadt übernachten würden. Dann wäre da nochmals die Möglichkeit für ein Wiedersehen. Allerdings bezweifelte ich das sofort. Hoffen durfte man ja allerdings.
Der Abend war wunderschön und ich konnte glücklich in mein Bett gehen.

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Ein wunderschöner Abend in Jaisalmer

Am frühen Abend – so gegen halb fünf Uhr – ging ich in das gegenüberliegende Internetcafé. Dort war es ziemlich kalt. Die hatten die Klimaanlage wohl voll aufgedreht. Ich chattete eineinhalb Stunden mit Freunden und Familie. Danach ging ich wieder zurück ins Hotel, wo gleich im Eingangsbereich mein Reiseleiter und der schmierige Hotelier saßen.
Mein Reiseleiter und ich waren sehr hungrig. Deshalb aßen wir dann gemeinsam auf der Dachterrasse. Dort setzte sich dann irgendwann noch ein weiterer Mann zu uns dazu. Dieser gehörte scheinbar zur Kamelsafari, wenn ich das richtig verstanden hatte.
Oben auf der zweiten, etwas kleineren Terrasse war für neun Leute eingedeckt, aber ich hatte schon die Hoffnung verloren, dass die Reservierung für Europäer sein könnte. Ich vermutete, dass der Tisch für Inder reserviert worden war.
Nach dem Duschen ging ich gleich wieder hoch auf die Terrasse. Dort unterhielt ich mich noch eine Weile ganz gut mit meinem Reiseleiter.
Unglaublicher Weise war der Tisch wirklich für neun Deutsche eingedeckt worden. Irgendwie hätte ich es aber unfair gefunden, meinen Reiseleiter dann sofort links liegen zu lassen, nur weil sich endlich einmal deutschsprachige Menschen in das gleiche Hotel verirrt hatten wie ich. Ich sehnte mich aber so sehr danach, mich endlich mal wieder auf Deutsch unterhalten zu können.
Schließlich entschied ich mich doch dazu, zu den Deutschen zu gehen. Praktischerweise war sogar relativ mittig ein Stuhl frei gewesen, den sie mir direkt angeboten hatten. Somit saß ich bei zwei Kölnern, die um die fünfzig Jahre alt waren und bei einem älteren, aber fitten Paar. Mein Deutsch war doch irgendwie ziemlich gebrochen und ich tat mir sehr schwer mich in meiner eigenen Muttersprache zu unterhalten. Das hätte ich nach so kurzer Zeit nicht erwartet. Immerhin waren alle meine Bücher, die ich bis zu dem Zeitpunkt im Urlaub gelesen hatte auf Deutsch. Verlernt man eine Sprache denn wirklich so schnell?

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Ein Nachmittag auf der Terrasse

Nach Jaisalmer würde die Zeit bis nach Delhi wohl sehr schnell vergehen. In den folgenden drei Unterkünften war ich nämlich jeweils nur eine Nacht und dann vergeht die Zeit viel schneller, als wenn man lange an einem Ort bleibt. Und mit lange meine ich hierbei eben schon zwei Nächte.
Ich fand es ziemlich schade, dass au0er mir kein Tourist auf der Kamelsafari sein würde. Und vor allem verstand ich überhaupt nicht wieso das so war. Ich wollte auch auf keinen Fall noch einmal nach Delhi zurück. Was sollte ich da denn noch einen ganzen Tag lang machen. Ich hatte bereits mehr von der Stadt gesehen, als ich jemals sehen wollte.
Vor der Terrasse hatte sich eine richtige Mauer aus vielen kleinen Fliegen aufgebaut. Ich hoffte, dass die mir fern blieben. Wer weiß, welch furchtbare Krankheiten die übertragen konnten.
Ich hatte das Gefühl, das größte Hobby indischer Hoteliers war es, den Besen in die Hand zu nehmen und zu fegen, wo es überhaupt nicht notwendig war. Zumindest war das in Rajasthan so. Mich hätte ja schon noch interessiert, was der Süden des Landes so für Eigenarten hat und ob es mir dort besser gefallen hätte, als im Norden. Den Norden werde ich definitiv nie wieder bereisen, aber vielleicht würde ich mir eines Tages den Süden des Landes mal anschauen. IN Deutschland sind Norden und Süden schließlich auch Grund verschieden und wer Hamburg liebt, muss München nicht unbedingt mögen. Auch die Menschen sind bei uns im Süden ganz anders als im Norden. Den Humor kann man meiner Meinung nach auch überhaupt nicht miteinander vergleichen. Vielleicht ist das in Indien ähnlich und ich hätte dem Land noch eine zweite Chance geben müssen, um mich zu überzeugen.
Im Verlauf des Nachmittags erzählte mir der Kellner ein bisschen darüber, wie er so wohnte wie viel er so verdiente und wie die Lebensumstände in Jaisalmer so waren. Das war wirklich sehr interessant.

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Ein langweiliger Tag in Jaisalmer

Am Nachmittag wollte ich das Fort besuchen. Leider ging das jedoch nicht, weil alle Einwohner dieser Stadt aufgrund des Feiertages am folgenden Tag bereits völlig aus dem Häuschen waren und es deshalb nicht den typischen Charme mehr hatte. Die nächste geplante Aktivität war somit erst am Folgetag um halb fünf Uhr am Nachmittag, denn da ging es los zur Kamelsafari. Auf diese freute ich mich bereits sehr, wobei es mir ein bisschen Sorge machte, dass ich noch keine Ahnung hatte, wo genau ich in der Wüste übernachten würde und ob es da eine Unterkunft gab oder ob ich unter dem Sternenhimmel übernachten müsste.
Nun musste ich erst einmal über vierundzwanzig Stunden ohne wirkliche Beschäftigung hinter mich bringen. Ich verbrachte den Nachmittag auf der schattigen Dachterrasse. Leider gesellte sich den ganzen Tag keiner zu mir. Ins Internetcafé gegenüber wollte ich nicht wirklich. Deshalb beschloss ich, mir mein Buch zu nehmen und darin weiter zu lesen. Ich war sehr froh, dass ich so viele Bücher dabei hatte. Ist man allein auf einer Reise, greift man doch viel öfters zu einem Buch, als wenn man als Paar oder in einer Gruppe unterwegs ist.
Ich konnte mich auf den übernächsten Tag freuen. Das war nämlich mein bereits lang ersehnter Tag am Pool. Ich hoffte doch sehr, dass dieses Hotel dann etwas mehr Komfort bot, als das, in dem ich in Jaisalmer wohnte.
Ich hatte große Lust auf ein Eis. In jedem anderen Urlaub hätte ich auch sofort eines gegessen, aber in Indien war die Stromversorgung nicht immer einwandfrei und deshalb hielt ich es für keine wirklich gute Idee, ein Eis zu essen. Wer wusste schließlich, wie oft das Eis schon auf- oder zumindest angetaut war und dann wieder eingefroren wurde? Natürlich passierte das nicht absichtlich, aber ich hatte doch sehr viele Stromausfälle erlebt. Mein Magen war sowieso nicht mehr ganz zufrieden, da wollte ich ihn nicht noch mit einem Eis reizen.

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Ankunft in Jaisalmer

Zwischendurch waren auch ab und zu mal ein paar Hütten zu sehen, in denen die Einheimischen wohnten. Das erinnerte mich stark an Malawi und die Hütten dort.
Um neun Uhr machten wir eine zwanzigminütige Frühstückspause. Ich kaufte mir lediglich eine zuckerhaltige Limonade und einen Toast mit Butter. Ich traute meinem Magen nicht wirklich über den Weg und wollte ihn deshalb nicht überfordern.
Der Himmel war sogar ein bisschen bewölkt. Das gefiel mir sehr gut, dadurch war es nämlich nicht ganz so heiß wie die letzten Tage. Ich erschrak, als mir mein Reiseleiter bereits um halb elf Uhr mitteilte, dass wir unseren Zielort – Jaisalmer – erreicht hatten. Die geplante Ankunft war mittags um zwölf Uhr und in diesem Bus war es so angenehm kühl, dass ich gern noch eineinhalb Stunden damit gefahren wäre.
Das Hotel in Jaisalmer überzeugte mich überhaupt nicht. Ich hatte nicht einmal ein Fenster in meinem Zimmer. Mein Balkon ging zur Straße, was ihn nicht gerade einladender machte. Die Balkontür war leider eine ganz normale Zimmertür, weshalb auch durch sie kein bisschen Tageslicht dringen konnte. Ich ging die Treppe bis ganz nach oben und erkundete die Dachterrasse. Auch diese ging leider zur Straßenseite raus. Internet gab es in einem Café gegenüber. Es saß keine Menschenseele auf der Terrasse. So etwas fand ich immer sehr unsympathisch. Denn selbst wenn man sich nicht direkt mit den Anwesenden unterhielt, war es doch immer schön, wenn um einen herum Menschen saßen, die sich unterhielten, ihre nächsten Reiseziele planten und überlegten, wie sie sich in Indien weiter fortbewegen würden.
Langsam brauchte ich wirklich eine Waschmöglichkeit. Ich erkundigte mich und es war tatsächlich in dieser Unterkunft möglich seine Wäsche abzugeben. Preislich schien das ganz in Ordnung zu sein, blieb nur fraglich, ob die meine stark verschmutzte Kleidung wieder sauber bekämen. Da musste ich mich einfach überraschen lassen.

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Eine komfortable Busfahrt

Diese Nacht war furchtbar. Ich hatte fast gar nicht geschlafen. Es war mir viel zu warm und ich wachte deshalb ständig auf und wälzte mich im Bett. Einmal meldete sich dann auch noch mein Magen. Ganz zufrieden mit dem Essen und allem war er immer noch nicht.
Um kurz vor halb fünf Uhr am Morgen bin ich dann aufgestanden, damit ich um zehn Minuten vor sechs Uhr startklar war. Mein Rucksack wir immer voller. Dabei hatte ich nicht wirklich das Gefühl, vieles eingekauft zu haben. Ich hatte mir fest vorgenommen, an meiner nächsten Station etwas von meinen Dingen los zu werden, hatte aber noch nicht wirklich eine Idee, was ich nicht mehr brauchen würde.
Zum ersten Mal auf der gesamten Reise musste ich meinen Rucksack selbst schleppen. Per Autorikscha ging es ab zum Busbahnhof. Morgens um sechs Uhr waren in Jodhpur auch schon viele Menschen und Fahrzeuge unterwegs gewesen. Au dem Gehweg lagen viele Menschen, komplett unter Tüchern versteckt und schliefen da. Das kann man sich als Europäer nicht wirklich vorstellen. In Indien leben wirklich sehr viele Menschen.
Die Busfahrt raus aus Jodhpur war sehr komfortabel. Wir hatten Sitze mit Fußablagen, man konnte den Sitz sehr weit zurück lehnen, es gab eine Klimaanlage und es waren nur drei Inder in der Upper Class. Die Fahrt war wirklich traumhaft. Ich konnte auch ein bisschen schlafen. Das war sehr wichtig, dass ich schlafen konnte, da sich die nächsten Tage sehr anstrengend anhörten und ich ja wie gesagt die vergangene Nacht nicht wirklich gut schlief. Zudem ist bei der Hitze auch alles sehr viel anstrengender als bei niedrigeren Temperaturen. Allein die hohen Temperaturen und die viele Sonne sind auf Dauer sehr anstrengend – zumindest wenn man es, so wie ich, nicht gewöhnt ist.
Die Landschaft war auch wunderschön. Sie erinnerte mich ein bisschen an Afrika. Es gab unterwegs viele Pflanzen zu sehen und dafür schien die Menschendichte geringerer zu werden.

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Der letzte Abend in Jodhpur

An diesem Abend war mir nach dem Duschen zum ersten Mal auf dieser Reise danach, einen Rock zu tragen. Ich erfuhr von meinem Reiseleiter, dass ich in Jaisalmer wahrscheinlich einen Tag in einem Hotel verbringen könne, das einen wunderschönen Pool habe. Darauf war ich sehr gespannt, ich wollte mich jedoch nicht zu sehr freuen, da ich mir eine Enttäuschung ersparen wollte. Mein Reiseleiter war nämlich auch nicht so anspruchsvoll wie ich und wenn er davon sprach, dass etwas ganz toll sei, fand ich es immer nur mittelmäßig. Von daher war ich irgendwann aus Erfahrung vorsichtig in Sachen Vorfreude. Doch selbst wenn es sich nur um einen sehr kleinen Pool handeln würde, wäre die Freude bei mir groß. Es war nämlich wirklich sehr heiß.
Zum Abendessen setzte ich mich zu einer sehr netten englischsprachigen Gruppe dazu. Ein Paar war um die siebzig, die waren mit Tochter und Schwiegersohn – die etwa vierzig Jahre alt waren – und mit zwei Australiern unterwegs. Es war sehr schön, eine Art Familie um sich zu haben. Es war zwar manchmal ein bisschen anstrengend, sich mit den „native speakers“ zu unterhalten, aber dennoch sehr schön und behaglich. Meinen Reiseleiter vertröstete ich an diesem Abend quasi einfach, aber normalerweise isst man als Reisender sowieso nicht jeden Abend mit dem Reiseleiter. Das war bei mir wirklich nur eine Ausnahme, weil ich der einzige Mitreisende in der Gruppe war
Nach dem Essen ging ich wieder einmal in mein Zimmer, um meine Sachen zusammen zu packen. Das Schöne am Packen, wenn man unterwegs ist, man muss nichts dabei denken, sondern lediglich alles einsammeln, was man in seinem Hotelzimmer verteilt hat. Das war in diesen großen Zimmern in Indien aber auch nicht immer ganz so einfach. Nach dem Packen war ich mal wieder eine gute Stunde im Internet. Nach der Internetnutzung hatte ich mit einem Deutschen gesprochen. Er erzählte mir von Jaisalmer.

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Ein Nachmittag in Jodhpur

So langsam hatte ich mich an die ungewöhnlichen Eigenschaften und Bedingungen in Indien gewöhnt. Somit schlich sich auch immer mehr ein Gefühl der Erholung ein. Das war sehr schön.
Am Nachmittag machte ich mich auf den Weg zum Fort. Allmählich verlor ich das Interesse, mir weitere Forts anzusehen. Irgendwie sind die doch alle sehr ähnlich. Ich hoffte immer, dass ich doch noch weiße Touristen treffen würde. Es fühlte sich oft schon recht seltsam an, als einziger Europäer zwischen den ganzen Asiaten herum zu laufen. An dem Tag hatte ich immerhin ein paar Engländer gesehen. Nach dem Besuch des Forts, ging ich noch zu einem kleinen Tempel. Um den Tempel herum war sehr viel grüne Wiese. Ich wollte die Ruhe bei diesem Tempel genießen, doch prompt fing ein Musiker an zu spielen. Das verärgerte mich doch ziemlich. Da gab es endlich mal wieder einen stillen Ort in diesem lauten Land und dann wird diese Ruhe durch das Erklingen eines Instrumentes zerbrochen. Zum Glück spielte der Mann nicht lange, sondern machte recht schnell wieder eine Pause. Das war bei der Hitze auch kein Wunder, dass er eine Pause nötig hatte, nachdem er ein paar Musikstücke gespielt hatte.
Zurück auf der Terrasse des Hotels nahm ich mir ein Buch und las weiter. Dann sprach ich ein junges Pärchen an. Sie meinten beide, die Zugfahrten seien in Ordnung, aber ich sollte doch unbedingt versuchen, eine Klasse besser fahren zu können. Mein Reiseleiter versuchte daraufhin zwei Tickets dritter Klasse zu buchen, das war jedoch leider nicht mehr möglich. Der Zug war unglaublicher Weise für die erste, zweite und dritte Klasse komplett ausgebucht. Manchmal kann man aber scheinbar vor Ort noch mit dem zuständigen Schaffner reden und ihm bar die Differenz geben. Dann werden scheinbar wieder plötzlich Plätze frei. Ich hoffte, dass dies klappen würde.

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Palast in Jodhpur

Jodhpur gefiel mir auf den ersten Blick nicht so gut. Ich wäre lieber länger in Udaipur geblieben.
Mein Magen war am nächsten Morgen leider immer noch nicht wieder zufrieden mit der Welt. Dabei hatte ich immer darauf geachtet, mir meine Hände vor dem Essen mit einem Reinigungstuch zu säubern und anschließend noch mit einem Gel zu desinfizieren. Scheinbar war das aber nicht ausreichend. Ich ging nicht davon aus, dass meine Magenprobleme eine Folge der Schärfe des Essens waren. Denn ich ging davon aus, dass die Folgen von zu scharfem Essen nicht allzu lange anhielten. Ich hoffte, dass meine Probleme nicht noch schlimmer würden, denn bis dahin war es noch erträglich. Ich wünschte mir, dass die Beschwerden bis zur Kamelsafari wieder weg seien.
Morgens ließ ich mich per Autorikscha zu einem Palast fahren. Darin wohnte immer noch der König. Die Gartenanlage war absolut traumhaft und der Blick über die Stadt war atemberaubend. Das Museum war leider nichts Besonderes. Ich hatte diese Paläste und Tempel langsam redlich satt. Ich regte mich darüber auf, dass das gesamte Geld Indiens scheinbar ein paar wenigen Menschen gehörte. Diese hatten sehr viel, während die Mehrheit nicht einmal das Nötigste zum Überleben hatte.
Jedes einzelne Stück grün erfreute mich an diesem Morgen total. In Indien merkte ich immer mehr, wie gut wir es doch zuhause haben.
Der Palast in Jodhpur liegt oben auf einem Hügel. Die Häuser direkt drum herum sind recht schick und haben auch alle ein kleines Stückchen Grünfläche dabei. Schade, dass sich dieser Stil nicht durch die ganze Stadt zog. Denn dann hätte es mir viel besser gefallen.
Mein Reiseleiter erzählte mir, dass die nächsten Hotels des Trips wohl alle recht einfach wären und ohne Pool seien. Ehrlich gesagt fand ich bisher eigentlich alle Hotels recht einfach. Jedes hatte eine schöne Sache, aber wirklich begeistert hatte mich zu dem Zeitpunkt noch keins.

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Ankunft in Jodhpur

Jodhpur erreichten wir am Nachmittag. Jodhpur wird auch die „Blaue Stadt“ genannt, weil sehr viele Häuser der Stadt blau sind. Blau hat den Sinn, dass es kühlt und Moskitos fern hält. Das hatte ich in Griechenland auch schon einmal gehört. Das Zimmer war recht groß. Im Badezimmer ist eine hässliche Badewanne, aber die muss ich ja nicht benutzen. Die Dusche sah akzeptabel aus. Ich legte mich erst einmal für einen kurzen Nachmittagsschlaf hin. Beim Abendessen war es mir wieder einmal viel zu heiß. Eine nette in Indien geborene Engländerin setzte sich zu uns dazu. Es war sehr nett mit ihr zu reden und sie war auch sehr witzig. Sie reiste für insgesamt ein halbes Jahr durch Indien und erzählte uns, wo sie schon alles war und was sie noch weiter vor hatte. Sie berichtete auch von ihrem Erlebnis mit einem Nachtzug und spätestens danach war ich mir ganz sicher, dass ich nicht mit dem Nachtzug fahren wollte, sondern mir irgendetwas anderes überlegen müsste.
Irgendwann war ich doch ziemlich erschöpft von der Tatsache, den ganzen Tag englisch zu sprechen. Aus diesem Grund verabschiedete ich mich irgendwann von der entten Engländerin und ging runter in mein Zimmer. Auch in dem Hotel war es so, dass das Restaurant und die Terrasse auf dem Dach des Hotels waren. Das fand ich zwar ziemlich ungewöhnlich, aber auch daran konnte ich mich irgendwann gewöhnen. Vermutlich gab es verschiedene Motive für dieses Konzept. Ich konnte mir gut vorstellen, dass ein Hauptargument für diese Bauweise war, dass man so relativ wenig Grundfläche braucht. Wenn man so baut, wie es in Jaipur war, braucht man eine große Fläche, die nur im Erdgeschoss als Garten genutzt werden kann und wo nichts mehr drüber kommt. Das andere Verfahren ist aber nicht nur platzsparend, sondern ich konnte mir vorstellen, dass man weiter oben als Mensch weniger Abgase einatmete, als unten in Straßenhöhe.

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